Tagebuch Shanghai (C) Stefan Furtner

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Das „ 7th Shanghai International Arts Festival 2005

  1.)          First Guggen Band Stuttgart wird nach China eingeladen!

2.)          Finanzierung und Vorbereitung der Reise

3.)          Gruppenvisum bei Chinesischer Botschaft in Frankfurt beantragen

4.)          Instrumentenkisten bauen, verpacken und aufgeben im Lufthansa Cargo Stuttgart

5.)          Abfahrt nach München. Donnerstag, 20.10.2005

6.)          Einchecken und Flug nach Shanghai. Donnerstag,  20.10.2005

7.)          In China - Ankunft in Shanghai. Freitag, 21.10.2005

8.)          Tag 1, in Hangzhou. Samstag, 22.10.2005

       9.)          Tag 2, in Hangzhou. Sonntag, 23.10.2005

     10.)      Tag 3, in Hangzhou. Montag, 24.10.2005

11.)      Tag 4, Vormittag in Hangzhou und Abfahrt nach Shanghai. Dienstag, 25.10.2005

     12.)      Tag 5, erster Tag in Shanghai. Mittwoch, 26.10.2005

      13.)      Tag 6, zweiter Tag in Shanghai. Donnerstag, 27.10.2005

14.)      Tag 7, dritter Tag in Shanghai. Freitag, 28.10.2005

15.)      Tag 8, vierter Tag in Shanghai. Samstag, 29.10.2005

16.)      Tag 9, fünfter Tag in Shanghai. Sonntag, 30.10.2005

17.)      Tag 10,  letzter Tag in Shanghai. Montag, 31.10.2005

18.)      Ankunft in München. Dienstag, 01.11.2005

19.)      Wo sind unsere Instrumentenkisten? Telefonate mit JHJ - Cargo Shanghai. Freitag, 04.11.2005

20.)      Weck - Anruf von Lukas. Fahrt nach München. Instrumentenkisten abholen (Streckenabbruch!)

          Samstag, 05.11.2005

21.)      Zurück aus München. Beschädigte Kisten auspacken und Instrumente kontrollieren. Samstag, 05.11.2005

22.)    Resümee der Reise 

23.)      Einlösen eines Versprechens an Lukas!

          Einladung unseres Lukas („Shanghai – Betreuer“) zur Faschingkampagne 05/06

 

 

       1.) First Guggen Band Stuttgart wird nach China eingeladen!

      Im Stuttgarter beim Rathausturm durften wir die letzten Jahre schon häufig spielen. Jedes Mal war es für uns etwas ganz besonderes aber dieses mal sollte es mega - außergewöhnliche Folgen nach sich ziehen! Im Stuttgarter Rathaus war Besuch aus dem Land der aufgehenden Sonne. Unsere Art zu musizieren und unsere Spielfreude ließen die Funken überspringen, so, dass die für Europa zuständige Vertreterin des China International Arts Festivals nicht wieder stehen konnte uns nach China einzuladen.

 

2.) Finanzierung und Vorbereitung der Reise

      Es gab keine großen Diskussionen, denn jedem von uns war sofort bewusst was für eine einmalige Reise uns da bevorstand. Unsere Schweizer Gugggenfreunde hatten im vergangenen Jahr die gleiche Einladung erhalten und waren mit faszinierenden, überwältigenden Eindrücken und Bildern zurückgekehrt. Also machten wir uns daran, bei den bisherigen deutsch sprachigen Teilnehmern des Festivals, Informationen und Erfahrungen aus ihrer Reise einzuholen. Der Spielmann- und Fanfarenzug Hemmingen/ SZFZ Zaberfeld und die Ladykillers aus Zürich waren uns dabei die größte Hilfe. Leider machte uns keiner Hoffnungen  auf irgendwelche finanzielle Unterstützung durch Stadt / Land / Staat / oder sonstiger Förderer. Trotzdem wurden von uns über 260 National- und International tätige Firmen angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Die Glückwünsche und Gratulationen zu dieser grandiosen Einladung waren uns sicher aber leider ohne greifbaren Finanziellen Erfolg!

      Jeder musste also mit Kosten von ca.1100 Euro (Flug + Taschengeld +Bustransfer) Rechnen!

3.)    Gruppenvisum bei Chinesischer Botschaft in Frankfurt beantragen

Vizepräsident und Schriftführerin beantragten auf der Chinesischen Botschaft in Frankfurt das Gruppenvisum. Zwei Wochen später mussten das Gruppenvisum in Frankfurt abgeholt werden!

 4.)    Instrumentenkisten bauen, verpacken und aufgeben bei Lufthansa Cargo Stuttgart

 Leider war Frau Kong (unsere Bezugsperson) die folgenden Monate nach China zurück gereist und daher auch telefonisch sehr schlecht erreichbar. Unsere spärlichen Vorinformationen mussten wir somit auf eigene Faust vervollständigen. Die folgenden Tage und Wochen wurde bei verschiedenen Transportunternehmen und Ämtern / Botschaften Erkundigungen eingeholt welche Bestimmungen und Gesetze beachtet werden müssen.

Von wegen alle Instrumente laufen als Handgepäck!!

 Selbst die Tenorsaxofonkoffer waren eigentlich schon über den zulässigen Maßen! Wie soll das dann erst mit unserem Schlagwerk (Pauken und Schlagzeugwägen) gehen?? Bei Lufthansa erfuhren wir, dass unsere Schlagzeugwägen allesamt zu groß und vom Gesamtgewicht zu schwer sind und daher nur über Cargo transportiert werden können. Somit bauten wir uns Instrumentenkisten aus Holz! Die Fa. Gailing Spezialtransporte stellte uns ausgediente Maschinen - Transportkisten  zur Verfügung. Diese waren allerdings viel zu lang und mussten daher erst gekürzt und auf unsere Bedürfnisse umgebaut werden. Zwei Kisten mit Palettenboden sind bereits fertig gestellt!  Wir warten nur noch auf das Endgültige „OK“ durch Frau Kong, dann wollen wir die anderen Kisten fertig stellen! Die Zeit verrinnt wie im Flug  und unsere Transportfragen sind immer noch nicht endgültig geklärt. In den Sommerferien sollen wir plötzlich die Maße und Einzelgewichte unserer Wägen mitteilen! Wir weisen nochmals auf unsere Transportkisten mit Gewicht und ihren Maßen hin.

Alles OK!  Es scheint alles geklärt zu sein. Daher versuchen wir den Transport nach München wasserdicht zu machen. Unsere mittlerweile 4 Kisten und die einzeln verpackte Pauke passen doch nicht unten in den Bus wie es geplant war! Wir suchen nach anderen Transportmöglichkeiten! Da wir keinen Anhänger für den Bus bekommen können wurden ein paar Bekannte auserkoren, die anhand eines Transporters die Überführung nach München und zurück nach Stuttgart übernehmen konnten. Auf den Schluss hin scheint die Reise immer mehr am „goldenen Faden „ zu hängen! Nun können  wir den Bus auch erst nach seiner Linientour bekommen und dies ist erst eine Stunde nach unserer geplanten Abfahrt.

Zum Glück war unser Zeitplan sehr großzügig, dass wir dies mit zügigem Einladen trotzdem schaffen können. Eigentlich liegen die Nerven schon seit Wochen blank und trotzdem ist das Ende der Belastung nicht erreicht!! Die Kisten sind mittlerweile  auch fertig!  Wir wollen nur noch unseren Schriftzug auflackieren, denn es soll ja auch jeder sehen können wer wir sind!

 Noch 4 Tage!

Lufthansa teilt uns mit, dass die Kisten doch keinen Platz mehr im Flugzeug hätten! Plötzlich ist alles zu groß und viel zu schwer!! Der Transport kann plötzlich so nicht durchgeführt werden! Wir sind ratlos und ziemlich verwirrt, da wir schon im Frühjahr bei Frau Kong auf diese Problematiken hinwiesen und um eine Lösung des Transportproblems gebeten hatten. Aber damals war alles kein Problem! Hatten wir etwa aneinander vorbeigeredet?? Unsere Nerven sind  kurz vor dem reißen! Die Reise darf daran nicht scheitern! Wir treten in neuerliche Verhandlungen und schalten das Lufthansa City- Büro in Stuttgart ein.

Noch 3 Tage!

Plötzlich kommt zusätzlicher Stress auf! Heute  früh  wurde uns mitgeteilt, dass wir unsere Instrumentenkisten bis Dienstag Vormittag 10 Uhr bei Lufthansa Cargo Stuttgart aufgegeben haben müssen! Alle betroffenen Instrumentenbesitzer sind Arbeiten, in der Schule oder Universität. Mit einem Rundruf können wir alle Informieren! Ab 16 Uhr können wir endlich mit dem Verpacken beginnen! Erschwerend  bläut ein kalter Wind und unsere Kisten füllen sich zusätzlich mit Herbstlaub. Um ca. 22.30 Uhr erhalten wir mentale Unterstützung einiger Mitglieder, mit dem Hintergedanken ihre Instrumente in verbleibende Kistenholräume einzubauen! Dienstag morgen um 1 Uhr hatten wir unsere Holzkisten relativ gleichmäßig bepackt und zugeschraubt! Wir trennten uns für eine kurze Nachtruhe, denn um 7 Uhr wollten wir die Kisten verladen und zum Flughafen Stuttgart fahren.

Flughafen Stuttgart Lufthansa Cargo

Das verladen der Kisten und die Fahrt nach Echterdingen waren schneller bewältigt als befürchtet. Kurz nach 8 Uhr betraten wir   voller Tatendrang  das Büro der Lufthansa Cargo Stuttgart und wurden auch sofort freundlich nach unserem Anliegen befragt. Leider wusste keiner der Cargo Mitarbeiter etwas von unserem Instrumententransport, der laut Aussage unserer Präsidentin und Lufthansa- City Büro vorbereitet sein sollte. Es kam uns schon seit Anfang an eigenartig vor, dass uns kein Name des Ansprechpartners mitgeteilt werden konnte. Der Mitarbeiter von LH-Cargo setzte alle Hebel in Bewegung um uns zu unterstützen hatte allerdings nur mäßigen Erfolg. Selbst in unserem Flieger war kein Platz mehr für unsere Kisten, somit versuchte    er ein anderes Flugzeug für unsere Ladung herauszufinden! Mittlerweile war es 10.30 Uhr und wir mussten unsere Präsidentin anrufen um die Kontaktperson und die Telefonnummer von LH - Stuttgart City Büro herauszufinden. Es wäre auch möglich, dass Lufthansa selbst schon Platz in unserem Flug reserviert hatte. Leider Fehlanzeige! Händeringend wurde nun ein Flug gesucht, der ausreichend Platz hatte und möglichst einen Tag vor uns in Shanghai ankam. Herr Schmidt von LH-Cargo erklärte uns zwischenzeitlich, dass unsere Kisten jeweils 24 Stunden in die Sicherheitsverwahrung müssten bevor sie weiter transportiert würden. Außerdem müssten wir nach China pro  Kilogramm Transportgewicht mit ca.3.60 Euro + Mwst. rechnen! Wonach sich der Einfuhrzoll in China berechnen würde könne er uns leider nicht sagen. Wir versuchten ihm zu erklären, dass Lufthansa alle Kosten für den Instrumententransport übernehmen würde und wir eigentlich nur einen Bruchteil des von ihm errechneten Betrages dabei hätten. Er versuchte daraufhin die Kosten noch weiter herunter zu rechnen. Mittlerweile ist es 11.30 Uhr und wir haben die Kontaktperson des LH - City - Büros am Telefon und die Wolken scheinen sich zu lichten. Frau Liese von LH – City bestätigt, dass die Transportkosten intern verrechnet werden und teilt uns die Verrechnungsnummer mit. Mittlerweile wurde auch ein Flug mit genügend Transportfläche in Frankfurt gefunden! Außerdem wären unsere Instrumente sogar vor uns in Shanghai! Überglücklich, uns fielen tonnenschwere Steine von den Herzen! Wir hatten allerdings immer noch ein ungutes Gefühl, wenn wir  an die Einfuhr in China dachten. Jeder von uns glaubte erst dann an Auftritte in China, wenn wir dort unsere Instrumente  wieder in den Händen hätten. Unsere Instrumente sollten nun also von Stuttgart nach Frankfurt und dann nach Shanghai transportiert werden, nachdem  beim Zoll die Ausfuhr angemeldet wurde. Dazu wurden nun die Begleitpapiere ausgestellt! Mittlerweile ist es kurz vor 13 Uhr!

 Was kann uns jetzt noch aufhalten??     >>>    nur ein klitze kleines Druckerproblem!!

„Wir haben gerade leider ein Problem mit unserem Drucker, aber der Techniker kommt gleich um es zu beheben! Bitte haben sie etwas Geduld!“

Was war passiert? Man sollte es kaum glauben, aber selbst bei LH – Cargo wird nur mit Wasser gekocht.  Denn ein kleines Softwareproblem legte genau den einzigen PC mit Zugriffsberechtigung zum Transportformular - Drucker lahm und ohne diesen Ausdruck kann man das Transportgut nicht beim Zoll zur Ausfuhr - Begutachtung anmelden! Bis dieses kleine Problem behoben ist sollen wir uns etwas die Zeit vertreiben, daher gingen wir in die nahegelegene Pizzeria (Cargo – Kantine) zum Essen. Gegen  13.30 Uhr kam der Cargo Sachbearbeiter und meinte, wir könnten uns Zeit lassen, da der Fehler noch nicht behoben wäre. Wir versuchten die Zeit mit einer Besichtigung des Cargo – Geländes zu verkürzen. Aber nicht lang genug, da der Drucker selbst um 15 Uhr noch streikte!

Schichtwechsel bei LH – Cargo, mittlerweile kennt uns und unser Problem fast jeder Mitarbeiter. Herr Blase  wird unser Anliegen weiter bearbeiten. Er  bekam unsere Telefonnummern, damit er uns, wenn der Drucker funktioniert wieder zurück holen kann! Wir zogen erneut los! Außerhalb des Flughafengeländes hatten wir einen Supermarkt entdeckt und dort deckten wir uns mit Getränken und Nervennahrung ein. Auf dem Rückweg schauten wir einigen (vielen!!) Starts und Landungen von größeren und kleineren Flugzeugen zu, denn das Wetter war mit seinem Sonnenschein geradezu optimal.

Als es uns dann doch so langsam kalt wurde, gingen wir gegen 17.30 Uhr zurück. Gemächlich und ohne Hoffnung betraten wir das Büro um uns wenigstens etwas aufzuwärmen. Herr Blase meinte, das wäre Gedankenübertragung, da er gerade im begriff war uns anzurufen. Da lag es nun, das Papier unserer Wünsche! Ausgefüllt, ausgedruckt, gleich unterschrieben und auf dem Weg zum Zoll!

Oh je, oh je!  Was kommt wohl jetzt noch alles?? Wir betraten das Zoll – Büro und legten erwartungsvoll die Papiere vor! Ein paar Fragen und Unterschriften mit Stempel und wir sind zu unserer Überraschung schon

Fertig!!     Schnell zurück zum Cargo – Büro die Papiere abgeben.

  Geschafft!!     Nach „wenigen Stunden“ sind wir schon wieder auf dem Heimweg!

5.) Abfahrt nach München und Flug nach Shanghai. Donnerstag, 20.10.2005

Endlich, die Abfahrt rückt immer näher! Geplante Abfahrt am Parkplatz des Bowling Center ist um 14.30 Uhr. Es darf auf der Fahrt nach München nicht viel dazwischen kommen, da wir um 21.30 Uhr Abfliegen sollen und wer  weiß was der Check- In  noch für Überraschungen bereithält. Das Beladen klappt wie erhofft und das China - Abenteuer kann beginnen.

6.) Einchecken und Flug nach Shanghai. Donnerstag, 20.10.2005

 Mit einem kurzen  Zwischenstopp erreichen wir den Flughafen München kurz vor 18.30 Uhr und haben noch den Check In  vor uns. Das Sicherheitspersonal stellt sich als sehr Spassmuffelig heraus! Da gab es doch einige die meinten wir müssten Stock Ernst durch die Kontrollen schreiten! Wir müssen irgendwie das Schild  „Achtung Sie befinden sich im Bayrischen Hoheitsgebiet  - Lachen verboten“ übersehen  haben. Aber wir lassen uns durch so ein paar Griesgrämige Bayern nicht ins Boxhorn jagen und lachen ungeniert weiter. Das Flugzeug war randvoll besetzt und manch einer musste sich erst einmal an den eingeschränkten Freiraum gewöhnen.

7.) In China - Ankunft in Shanghai. Freitag, 21.10.2005

Die 11 Stunden Flug vergingen eigentlich schneller als befürchtet und so landeten wir fast planmäßig (mit 6 Stunden Zeitverschiebung) um 14.40 Uhr in Shanghai auf dem Pudong Flughafen. Wir durften uns nach einigen, wohltuenden Metern Fußmarsch aufstellen.

(BILDER einfügen!)

Nach zugeteilter Visumnummer aufgestellt warteten wir geduldig bis wir an der Reihe waren. Doch dabei wurden unsere müden Glieder und unsere Nerven auf `s äußerste beansprucht, da die Überprüfung der im Gruppenvisum eingetragenen Personen sehr genau kontrolliert wurde. Das bedeutete warten, warten, warten, ...  bis jeder von uns endlich dran war! Trotz Klimaanlage war die Luft heiß und feucht wie in den Tropen, da an über 20 Einreiseschaltern Passagierschlangen von mehreren Flugzeugen zur Einreise anstanden. Als wir alle durch waren gingen wir gemeinsam zum einen Stock tiefer liegenden Gepäckband um unser Gepäck entgegen zu nehmen. Wieder anstehen am Zoll und warten bis alle zusammen durch waren, dies ging  allerdings verhältnismäßig schnell! Hinter der Zollabfertigung entdeckten wir in einer größeren Menschenansammlung unsere Betreuer (Liu, Phönix und Wang)! Langsam aber sicher wird es dunkel in Shanghai und wir haben noch keine Ahnung wo unsere großen Instrumentenkisten gelagert sind, wo unser Hotel ist und wie es weitergehen soll. Außerhalb der Ankunftshalle warten unser Bus und ein Kleinlastwagen. Wir beladenden Laster mit unserem Gepäck und unseren Kleininstrumenten und warten auf Informationen über den Aufenthaltsort unserer Instrumentenkisten.

Gegen 16.30 Uhr fahren wir zu einer Cargo-Firma und dürfen nicht einmal auf das Gelände fahren. Phönix und Marcus versuchen eine Zutrittsberechtigung zu bekommen um den Aufenthaltsort unserer restlichen Instrumente herauszubekommen. Leider Fehlanzeige! Alles was wir herausbekommen ist, dass es sehr große Probleme wegen der Kisten gibt und keiner weiß wo sie sind und wie wir sie bekommen!

Gegen 17.30 Uhr trennen wir uns von Marcus, Stefan, Phönix und dem Fahrer mit seinem Laster und fahren zum Hotel nach Hangzhou. Dreieinhalb Stunden Fahrt zum Hotel durch die chinesische Nacht und alle haben rießen Hunger und sind fürchterlich müde. Unter dessen fahren Marcus, Phönix, Stefan und der Fahrer kreuz und quer durch Shanghai von einem Cargo- Büro zum anderen. Bei JHJ - Cargo  angekommen stellen sie fest, dass das  Großraumbüro schon dunkel und verlassen ist. Doch über eine Hintertür am Wachpersonal vorbei ist ein Hintereingang mit einer so genannten Nachtschicht in einem nach Europäischen Verhältnissen total verdrecktem Büro. Alles ist staubig und total unordentlich selbst Kakerlaken laufen dort über den Marmorboden. Aber auch hier haben sie keine Chance die Instrumente zu finden. Phönix telefoniert und telefoniert, legt sich sogar mit einem Schichtleiter an. Kein weiterkommen, die Kisten bleiben verschollen! Um 20.00 Uhr treffen sie beim Chinesischen Zoll ein und Phönix versucht etwas über die Instrumente heraus zu finden. Die Frachtunterlagen werden wieder und wieder geprüft.

Die Busfahrt nach Hangzhou war sehr erlebnisreich. Eine sehr holprige Neubaustrecke die Gebäude die man im Dunkeln erkennen konnte sahen unbewohnt und Rohbau mäßig aus. Viele im Bus waren so erschlagen, dass sie versuchten etwas schlaf nachzuholen. Im Bus war es für manche so kalt, dass sie nicht einmal schlafen konnten. Der Rastplatz der zum Toilettenbesuch angefahren wurde war ein Erlebnis der besonderen Art, da dort sehr unhygienische Sanitäranlagen besichtigt werden konnten. Die Neugebauten, sehr modernen Autobahnen sind teilweise mit Mautstellen ähnlich wie in Europa ausgestattet. Allerdings sind die Straßen trotzdem sehr überfüllt und trotz unebener Bauweise. Endlich im Hotel angekommen wurden die Zimmerzuteilung und die Essensmarken fürs Abendessen verteilt. Außerdem wurde mitgeteilt, dass am nächsten Morgen um 8 Uhr Abfahrt zum ersten Auftritt (einer der größten und berühmtesten Umzüge in China) sein soll. Sollten die Instrumente nicht gefunden werden würden welche ausgeliehen werden, da der Umzug auf keinen Fall abgesagt werden darf. Plötzlich steht fest die Instrumente sind doch da, aber  der Einfuhrzoll (33%) beträgt über 4.500 Euro, denn sie gehen vom Neupreis der Instrumente aus. Es kostet sehr viel Anstrengung den Beamten zu überzeugen, dass die Instrumente gebraucht sind und wieder ausgeführt werden sollen. Nachdem dies geklärt war konnten wir die Kisten trotzdem nicht freibekommen, da für das Holz der Kisten keine Unbedenklichkeitsbescheinigung existiert und  kein Holz ohne diese Bescheinigung eingeführt werden darf. Wir bekamen das Gefühl, dass man uns die Instrumente mutwillig vorenthalten wollte.

Mittlerweile ist es 21.00 Uhr! Phönix und der Fahrer verlassen nach vielen Telefonaten den Zoll und versuchen den Gouvaneur und den Oberbürgermeister und andere Persönlichkeiten des Festivals einzuschalten. Als Phönix wieder kommt bringt er etwas Ess- und Trinkbares mit und geht nochmals um etwas zu erledigen. Als er wiederkommt ist es 22.00 Uhr und er schickt Marcus und Stefan mit dem Lastwagen nach Hangzhou, damit sie etwas Schlafen könnten.

Die 170 km nach Hangzhou sind in einem schlecht gefederten Lastwagen, müdem Fahrer  und einer Holperstrecke keine Traumreise. Im wahrsten Sinne gerädert erreichten die drei, spät in der Nacht, kurz nach 01.00 Uhr das Hotel und wurden vom Großteil der Band erwartet. Ein lauwarmes chinesische Bier und ein kalter Snack sollte das Begrüßungsfestmal für die zwei Nachzügler sein, allerdings war der Toast nicht unbedingt genießbar.

 8.) Tag 1, In Hangzhou. Samstag, 22.10.2005

Nach 150 min Schlaf klingelt erbarmungslos das Zimmertelefon! Uns wird mitgeteilt, dass wir die Instrumente abholen könnten. Trotz Müdigkeit fällt uns ein Stein vom Herzen und wir beeilen uns, damit wir die Instrumente schnellstens in Empfang nehmen können.

Unten vor dem Hotel steht ein Van der Rene`, Alexandra, Alexander und Stefan nach Shanghai  bringen soll! Wir kommen uns vor wie bei einem Sondereinsatzkomando, da der Fahrer nur einen Ausweis zur Einfahrt in die Mautstrecke vorzeigt.

Nach Einfahrt in die Mautstrecke entdecken wir auf der Gegenfahrbahn unseren Lastwagen in den unsere Instrumente verladen werden sollen. Aber wir können nicht einfach wenden und müssen so die komplette Strecke hin und wieder zurück fahren. An einer Bushaltestelle hinter der Mautstrecke entdecken wir zwischen wartenden Chinesen unseren Instrumentenhaufen liegen. Wir verladen alles schnellstmöglich und fahren zurück zum Hotel. Als wir im Hotel ankommen ist es gerade 7 Uhr und die Spieler des Schlagwerk-Satzes  warten schon sehnsüchtig auf ihre Instrumente.

Um kurz vor 8 Uhr (Busabfahrt) waren die Schlagzeugwagen dann zusammengebaut und wir konnten sie mit den anderen Instrumenten verladen! Ei Tässchen Kaffee im stehen und schon geht`s weiter.

 Die Edinburgh Pipers, SZFZ Erolsheim und eine Französische Volkstanzgruppe sind mit uns im Hotel untergebracht und werden ebenfalls mit je einem Bus zum Umzugsort  nach

 „ West Lake Distrikt“ gefahren.

9.15 Uhr! Wir sind da. Massen an Menschen versuchen von uns aus allen lagen Fotos zu schießen. Mehrere Fernsehteams wollen ständig Intervius, selbst unser Bandleader beantwortet auf Englisch Fragen! Gerade unsere kleinsten, Philip und Marusha, konnten sich vor den Fotografen nicht verstecken. Wir kommen uns vor wie Außerirdische, alle wollen sie uns anlangen und berühren. Abwechselnd mit den anderen Gruppen spielen wir immer wieder ein paar Lieder. Zum Glück haben wir schönes Sommerwetter, da fällt das warten nicht so schwer. Der Umzug startet um 10 Uhr und wir bekommen von unseren Betreuern Anweisungen wie wir uns vor der Bühne der Ehrengäste präsentieren müssen. Dort wir dürfen knappe 30 Sekunden unser „Ice cream“ spielen und werden dann auf die restlichen 5 Umzugskilometer geschickt. Die Menschenmassen werden durch viele Polizisten am Straßenrand zurückgehalten. Je Meter stehen 2 Beamte und versuchen  die mehr reihig stehenden Zuschauer von der Straße fern zu halten. Auf diesen breiten Straßen kommt man sich richtig verloren vor. Die Zuschauer gehen richtig schön mit und feiern unsere fremdartig klingenden Klänge. Als das Ende der Umzugsstrecke erreicht ist müssen wir uns durch die Menschenmassen einen Weg erkämpfen. Wehe wenn man den Anschluss verliert! Im Gänsemarsch kämpfen wir uns durch die uns filmenden, fotografierenden und begrapschenden Chinesen! Es ist wie ein Spießrutenlaufen! Unsere Betreuer versuchen uns durch die Massen zu schleusen, aber sie schaffen es nicht mit allen!  Die Zuschauer versuchen immer wieder Gruppenbilder mit uns zu machen. Als dann alle beim Bus angekommen sind gibt es erst einmal Getränke zur Erfrischung. Dann geht es zurück zum Hotel und nach dem Essen haben wir Freizeit für den Rest des Tages.

 9.) Tag 2, In Hangzhou. Sonntag, 23.10.2005

Um 8 Uhr, Abfahrt zum 60 Minuten entfernten Auftrittsort. Es ist ein großer, moderner Platz mit Bühne. Sitzplätze im abgesperrten Bereich für die Ehrengäste und dahinter sind die „normalen Zuschauer“! Wir dürfen als 4. Gruppe auf die Bühne und werden von den Zuschauern lautstark gefeiert. Das Fernsehen überträgt auch diesen Auftritt!

10.) Tag 3, In Hangzhou. Montag, 24.10.2005

Erneute Abfahrt um 8 Uhr, aber dieses mal nach Fu Jong einem Historischen Dorf. Es liegt ungefähr 90 Minuten entfernt von Hangzhou. Die fahrt dauert aber bis 9.50 Uhr und damit haben wir 20 Minuten Verspätung und müssen uns sehr sputen, denn die Gäste warten schon auf den Auftritt der Fremden Gruppen! Es ist ein Innenhof mit schönem Chinesischen Bürgerhaus, dessen Balkon wie eine überdachte Bühne aussieht. Der Hof ist gefüllt mit den Dorfbewohnern, Ehrengästen und Hauptamtlichen des Festivals. Rechts und Links eines Chinesischen Torbogens sind Hocker zum sitzen für die Teilnehmer bereitgestellt. Wir dürfen als dritte Gruppe vor dem Balkon spielen. Die Zuschauer drängen immer näher an uns heran, das Fernsehteam und die Fotografen versuchen zwischen uns ihre Aufnahmen zu machen. Es wird immer schwieriger frei zu musizieren, da endlich versuchen die Dorfpolizisten die Zuschauer zurückzudrängen. Nach unserem Auftritt sucht unsere Betreuerin Jamei ein paar junge Männer zur Mitgestaltung für ein Chinesisches Theaterstück. Marcus und Sascha wurden von uns vorgeschickt und durften dann versuchen zum Ende des Stückes den Brautstrauß zu fangen. Einer der Schotten fing den Strauß und wurde dann auf dem Balkon mit der Braut verheiratet!   

Im Anschluss an die Veranstaltung bekamen wir noch eine Führung durch den altertümlichen Tempel des Ortes und durften das Dorf besichtigen. Verfolgt von Kameras und Fotografen, welche jegliches Interesse an Gebäuden, Menschen oder Kultur der Ortschaft, mit einem Blitzlichtgewitter quittierten. Nach der Besichtigung wurden wir mit den Bussen zu einem außerhalb der Ortschaft liegenden Spezialitätenrestaurant zu einem offiziellen Essen mit den Sponsoren und offiziellen des Festivals. Dies liegt am Rande der Berge in  idyllischer Landschaft. Es werden Chinesische Speisen der Region serviert. Zu Beispiel: Fisch Hühnersuppe mit ganzem Huhn (wobei die Füße des Huhns aus der Terrine ragen), ganze grüne Bohnenschoten, verschiedene Fleischsorten, Gemüse in allen Variationen, ….

Nach dem Mittagessen hatten wir noch etwas Zeit die Gegend und das Lokal mit seinen Fischteichen zu erkunden. Andere machten etwas Siesta in der Warmen Mittagssonne.

Gegen 14.30 Uhr fuhren wir wieder ins Hotel nach Hangzhou zurück und hatten für den Rest des Tages Freizeit. Leider hatten wir uns alle zu früh gefreut, denn um 18.30 Uhr sollten wir zu einem offiziellen Empfang  erscheinen. Zum Empfang lud der Vice - Präsident  des West Lake Distrikts! Ein fenomenales Essen wurde uns aufs Neue aufgetragen. Da wir wussten, dass alles probiert werden muss damit es keine Beleidigung für den Gastgeber wird,  testeten wir alles! Danach waren wir alle total voll gestopft. Der Vice-Präsident kam an jeden Tisch um sich für die gelungenen Auftritte zu bedanken und stieß mit den an den Tischen sitzenden an. Am Tisch von Kurt angekommen wollte er mit seinem Bierglas anstoßen, aber Kurt wollte mit ihm nur mit Landesüblichen Getränken anstoßen! Zu seinem Pech ließ er sich darauf ein, denn  Kurt hat ihm dann ein Glas mit Reiswein  geschenkt und prostete ihm zu! Mit dem Wort „Gambee“ , was bedeutet auf einmal also ex leer trinken. So richtig schön so ein Ehrencodex, denn er trank ohne eine Miene zu verziehen das ganze Glas leer! Doch hatte er noch 4-5 Tische vor sich und dort sollte er auch noch eine Überraschung erleben! Beidem letzten Tisch angekommen kam der Dirigent der Erolsheimer und überreichte ihm ein Gastgeschenk. Dies war ein Bierkrug mit dem Wappen des Vereins und dazu gab es noch eine Gebrauchsanleitung mit persönlicher Einweißung: zwei Krüge wurden mit 0,5 Liter Bier gefüllt und dann von beiden (Dirigent und Vice – Präsident) auf Ex ausgetrunken! Zum Beweis, dass das Glas leer ist musste es umgedreht auf den eigenen Kopf  gestellt werden! Es folgte ein rissiges Gejohle der Anwesenden nachdem beide Gläser leer auf den Köpfen standen! Gegen 22.00 Uhr musste der Vice – Präsident allerdings nachhause gebracht werden, da augenscheinlich nichts mehr in ihn passte! Direkt im Anschuss fanden dann die Abschiedsfeier der Erolsheimer und Edinburgh Pipers statt. Dies war eine selbst organisierte Feier mit selbst mitgebrachten Getränken und Snacks.

Von den Erolsheimern wurden die Pipers etwas auf den Arm genommen und als Dank improvisierten die Pipers auch einen Auftritt. Dann wurde von uns „Highland Cathedral“ vorgetragen worauf die Französische Tanzgruppe ein Paar Tänze mit allen tanzte. Ein riesengroßes, internationales, verbindendes Fest, jeder trug seinen Teil dazu bei. Es sollte auch noch einige Stunden so weiter gehen! Die letzten verließen  das Fest angeblich erst nach dem die Schotten abgereist waren.

 11.) Tag 4, Vormittag in Hangzhou und Abfahrt nach Shanghai. Dienstag, 25.10.2005

Um 13 Uhr ist die Abfahrt nach Shanghai geplant, daher versucht jeder am Vormittag noch einiges zu in und um Hangzhou zu besichtigen oder zu erledigen! Eine Tempelbesichtigung beim lachenden Mönch, eine Besichtigung der Markthalle, Reisepräsente einkaufen oder ganz einfach ausruhen. Die Tempelbesichtigung brachte die erwarteten Eindrücke wie es die Bilder auch eindrucksvoll belegen. Von der Markthalle mit ihren Wahren und dem Fußmarsch dorthin entstanden ein Videoclip und verschiedene beeindruckende Bilder. Alle Instrumente wurden aus dem Bus in den Kleintransporter verladen, damit unsere Koffer platz fanden. Der LKW darf erst ab 20 Uhr nach Shanghai hineinfahren, da in Shanghai die Einfahrtzeiten für Laster zeitlich geregelt sind. Wir fahren dieses Mal bei Tageslicht über Mautstrecken und Autobahn ähnliche Straßen zurück nach Shanghai. Nun bekamen die schemenhaft, geisterartigen Umrisse der Hangzhou - Nachtfahrt ihre natürliche Farbenpracht und damit verflog alles Beängstigende. Nach einem kurzen Aufenthalt auf einem Rasthof mit Speiselokal und allerlei Einkaufsmöglichkeiten fuhren wir weiter auf die Großstadt zu.

Um 15.15 tauchen die ersten Gebäude von Shanghai vor uns aus dem Nebel auf. Riesige Hochhäuser stehen rechts und links der Autobahn. Der Verkehr wird immer dichter. Baustellen über Baustellen ein Hochhaus am anderen erdrückend überdimensional groß und beängstigend! Die Hochhäuser nehmen kein Ende und doch haben sie alle ihren eigenen Reiz und Abweichungen in der Bauweise. Die Stadt hat uns in ihren Bann gezogen und beginnt uns immer mehr zu erdrücken. Wir filmen was das Zeug hält und schießen ganze Fotoserien. Es tauchen immer neue Objekte aus dem Smognebel auf, die ein Foto wert sind. Autobahnbrücken 1, 2, 3, 4, übereinander und nebeneinander und ineinander verschachtelt. Der Platz für Straßen muss mittlerweile sehr begrenzt sein, da sich die  Autobahnbrücken schon übereinander stapeln! Dazu Massen an Taxen, Autos und Bussen. Spiralenförmig führt uns die Straße auf die oberste Brücke (angeblich im 17 ten Stockwerk) und ganz gemächlich, nach und nach geht’s wieder hinunter.  Und doch gibt es auch kleinere, mehrstockige Gebäude, ganz da unten, unterhalb der Autobahnbrücken tauchen sie schemenhaft auf! Aber größtenteils stehen sie zum Abriss bereit um den neuen Hochhäusern platz zu machen. In Shanghai sollen bis zum Jahr 2009 möglichst alle baufälligen und kleinen Wohngebäude den Hochhäusern weichen. Da steht nun plötzlich unser Hotel, es ist gar nicht so hoch wie die anderen Gebäude, es hat nur 27 Stock! Wir hatten schon in Deutschland Bilder unseres Hotels begutachtet, somit erkannten wir es gleich von der Brücke aus. Die Freude verflog nach und nach, da wir erst einmal von der Brücke runter mussten und dies dauerte noch lange. Über eine halbe Stunde fuhren wir bis wir endlich vor dem Hotel aussteigen durften.

Um 17 Uhr wurden die ersten kleinen Besichtigungsrunden durch die benachbarten Straßen gemacht und eine Stunde später gab es im Hotel das Abendessen.

Punkt 18 Uhr saßen wir alle an den runden Tischen. Bei Suppe mit Huhn,  Fisch, verschiedenen Fleischgerichten, Gemüse, Salaten, Fleisch – oder Fischspießen, …,   und vielem mehr. Als wir gerade in den letzten Zügen unser Abendessen genossen traf der Transporter mit unseren Instrumenten ein. Wir entluden unsere Instrumente und parkten die Schlagzeugwägen im Empfang und gingen auf die 2. Erkundungstour! Wie in Hangzhou wurden wir von allen wie Außerirdische angestarrt! Hinter unserem Hotel befand sich ein Krankenhaus und wir dachten schon an die stetige Lärmbelästigung durch die Sirenen der Krankenwagen.

Eine Vielzahl kleiner Geschäfte und Werkstätten waren an den Straßen und ein nicht enden wollender Verkehrsfluss. Am Straßenrand auf den Gehwegen waren zusätzlich kleine Marktstände aufgebaut, mit Obst, Gemüse, Haushaltsartikel, Kleidung und allen möglichen anderen Gegenständen. Einige der Geschäfte waren modern und sauber andere waren schmuddelig und heruntergekommen. Jedoch am einprägsamsten waren die Spuckenden und Rotzenden Chinesen, die immer und überall ihre schleimartigen, im Körperinneren verborgenen Flüssigkeiten mit lautem Getöse herauf – oder herunterzogen und dann ausspuckten. Oder die, die im Schlafanzug auf der Straße flanierten als ob dies ihr Ausgehanzug wäre. Verhältnismäßig sauber war es allerdings trotzdem aus jedem Haushalt der Müll(-beutel) in die Straßenkandel flog. Da konnten auch mal aus den oberen Stockwerken die Abfälle herabfliegen, schnell waren diese durch ständig umherfahrende Kehrmaschinen aufgenommen. Nach unserem überaus mutigen Ausflug kehrten einige in die uns empfohlene Bar hinter unserem Hotel ein und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

12.) Tag 5,  erster Tag in Shanghai. Mittwoch, 26.10.2005

Nach einer sehr ruhigen und erholsamen Nacht genossen wir unser Frühstück. Die anderen Gruppen hatten uns vor dem Essensangebot gewarnt, jedoch empfanden wir das gesamte, sehr Reichhaltige und warme Frühstücksangebot um Welten besser als in Hangzhou! Unser Betreuer für Shanghai stellte sich vor. Sein gewählter Name ist Lukas er studierte bisher Weltgeschichte und seit 2 Jahren studiert er Germanistik. Er wurde am Vortag durch seinen Professor gebeten bei uns als Betreuer sein Deutsch aus zu probieren und er spricht wirklich gut verständlich. Heute ist kein Auftritt, daher wollen wir den Transrapid (Magnetschwebebahn) testen. Um 10.15 Uhr fahren wir mit unserem  Bus zur Abfahrthaltestelle des Transrapid. Bei fließendem Verkehr dauert die Fahrt ca.20 min. bei Stau doppelt so lange. Lukas ist ganz stolz uns ihre Magnetschwebebahn zu zeigen und ist davon überzeugt es wäre ein Chinesisches Produkt. Der Transrapid hat eine Strecke von 30 Km und fährt von Shanghai zum Flughafen Pu Dong. Für diese Strecke benötigt er 7min. und 20 sec. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 431 Stundenkilometer. Für unserer Gruppe bezahlen wir für Hin-und Rückfahrt 6,40 Euro pro Person (ein Einzelfahrschein Hin/Zurück kostet 8 Euro pro Person), auch ein stolzer Preis. Wir besichtigen den Flughafen und erstanden dort einige T-Shirt mit der Aufschrift Shanghai.  Daneben werden, mit Kabelbinder zusammen gebundenen, Krebse zum Verkauf angeboten, worüber wir uns doch sehr wundern (Tierquälerei!). Da wir um 13.30 Uhr zum Mittagessen im Hotel sein sollen, bleibt nicht übermäßig viel Zeit zum besichtigen. Das Speisenangebot zum  Mittagessen war für einige ganz angenehm aber nicht nach jedermanns Geschmack und so wurde von einigen nur  viel Obst gegessen. Später war die Fahrt zum Fernsehturm und dem Jin Mao Tower (3.höchstes Gebäude der Welt/ über 87 Stockwerke) geplant. Wir trafen uns gegen 14.30 Uhr in der Hotelhalle und fuhren mit dem öffentlichen Bus, einem Doppeldecker (20 min. Fahrt =1Rmb  pro Pers.), bis zur Metrostation. Nach einigen Metern unterirdischem Fußmarsch erstanden wir beim Konduktor ein Ticket (1.5 std. Fahrt = 3 Rmb pro Person) und mussten das Einlassdrehkreuz passieren.  Auf  halber Strecke, an der dritten Haltestelle mussten wir umsteigen und wieder einige viele hundert Meter zu Fuß unterirdisch bis zum nächsten Bahnsteig zurücklegen.

Obwohl alle 15 min. eine Metro - Bahn kommt sind die Züge brechend voll und das den ganzen Tag über! Wir sind froh, nach weiteren 2 Stationen aussteigen zu dürfen und fiebern dem Ausgang entgegen. Direkt am Ausgang  der Metro erhebt sich der Fernsehturm mit seiner ganzen Größe und ist trotzdem so klein, wenn man die anderen Gebäude im Umfeld betrachtet. Schon wieder sind die Fotos und Camcorder im Einsatz, um die Eindrücke fest zu halten.

Da der Jin Mao Tower das höchste Gebäude ist, fahren wir mit dem Aufzug nach oben in den 87. Stock. Außer Daniela, die möchte auf den Fernsehturm.

Der Aufzug bewältigt 7 Meter in der Sekunde und so sind wir zügig oben. Leider ist der Smog schon wieder so stark, dass die Gebäude über den Fluss nur noch Schemenhaft zum erkennen sind. Ein Fotografieren oder Filmen wird auch durch die einbrechende Dunkelheit immer schwieriger. Innerhalb des Jin Mao Towers kann man bis zum 65 Stockwerk hinunterschauen und den Empfang begutachten. Vom 65. bis zum 86. Stockwerk sind die einzelnen Hotelrundgänge mit Zimmertüren zu sehen. Es sieht aus wie die Logen im Theater oder der Oper!

Ab 17 Uhr ist um den Tower fast nichts mehr zu sehen, da die Dunkelheit immer stärker wird.

Dafür gehen überall die Lichter und Reklamebeleuchtungen an und es entsteht wiederum eine neue, fesselnde Atmosphäre!

Leider müssen wir zum Abendessen zurück und versuchen ein paar Taxen zu erhaschen!

Anfangs standen wir etwas ungeschickt und konnten kein leeres Taxi anhalten, aber um die Straßenecke lief es wie geschmiert. Gruppenweise fahren wir  durch den extrem stinkenden, hupenden  und sehr lauten Berufsverkehr zum Hotel zurück.

 13.) Tag 6, zweiter Tag in Shanghai. Donnerstag, 27.10.2005

Das Frühstück ist eigentlich sehr Umfangreich, wenn man nicht nur auf Brötchen mit Marmelade besteht. Denn bei Marmelade gab es meistens nur ERDBEERMARMELADE!

Heute haben wir den ersten ernsteren Ausfall zu vermelden, denn Marusha ist mit 38,7° Fieber aufgewacht und bekommt dagegen Medikamente. Sie wird zwar nicht musizieren, aber sie ist tapfer und geht zumindest mit um den Auftritt zu filmen! Als unsere Instrumente gegen 10 Uhr im Transporter verladen sind fahren wir mit dem Bus zum Auftritt in die Mainstreet. Das ist eine Straße wie die berühmtesten Straßen der Welt! In der Fußgängerzone, vor dem Kulturamt ist eine Bühne aufgebaut auf der wir musizieren sollen, aber bis es so weit ist werden wir wieder von allen Seiten betatscht und begafft, gefilmt und fotografiert. Dann geht es endlich los, denn ein Stabpuppentheater macht den Anfang auf der Bühne. Danach spielt ein Saxofonsolist seine Melodien, eine Opernsängerin gibt ein traditionelles Chinesisches Lied zum Besten und dann dürfen wir endlich Einmarschieren und uns er Programm spielen. Es ist faszinierend, wie die Bevölkerung mitgeht bei unseren fremdartigen Liedern. Marusha hat bisher tapfer durchgehalten, aber das Fieber steigt trotz Medikamente wieder! Nach dem Mittagessen muss sie im Hotel bleiben und kann leider nicht mit zum „Tampo“ – Auftritt (Chinesischer, altertümlicher Tempel)! Schon beim aussteigen aus dem Bus werden wir von Menschenmassen umringt.  Die Umgebung ist voll mit alten, traditionellen, historischen Gebäuden. Der alte Tempel ist selbst eines dieser wunderschönen Bauten, aber als historischer Tempel ist die Vermarktung alles andere als angemessen. Die Priester würden sich schämen was aus ihren Gebetsstätten gemacht wurde. Nur Trubel, Lärm und Konsum! Selbst uns gegenüber besteht keinerlei asiatische Zurückhaltung, unser Philip hat von  dem ewigen Anfassen und dem fotografieren längst die Nase voll und wird durch uns best möglichst Abgeschirmt. Im 10 cm Abstand werden wir begutachtet, betatscht, angefasst, ……. Natürlich auch liebevoll in den Arm genommen. Auf der Bühne spielen wir auch unser Jasmin – Lied und sind wieder überrascht, wie es doch angenommen wird! Selbst unsere fremdartigen Westlichen Lieder werden mitgesungen und beklatscht!

Nach dem Auftritt können wir den Tempel, oder was davon übrig blieb, durchstreifen.

Danach geht es zurück ins Hotel und der Rest des Abends ist zur freien Verfügung.

Ein Teil der Truppe fährt nach dem Abendessen zum Markt der Kopien (Fakemarket), andere vergnügen sich an anderen Orten oder in den Bars ums Hotel.

 14.) Tag 7, dritter Tag in Shanghai. Freitag, 28.10.2006

Frühstücken um 8 Uhr, danach wurde uns mitgeteilt, dass der Auftritt im Zhongshan Park wegen Regen abgesagt wurde. Wir sind etwas verwundert, da es aller höchstens ganz leicht nieselt.

Der Vormittag wird unterschiedlich genutzt und so besucht eine Gruppe einen nahe liegenden Tempel. Diese konnten sogar bei einer Messe miterleben und durften auch noch fotografieren. Sie waren sehr phasziniert von den Priestern mit ihren Gewändern und deren Gesängen.

Schon um 11.30 Uhr war das Mittagessen angesetzt, damit wir pünktlich zum Auftritt beim „Shanghai Cinema City“ abfahren konnten. Um 12.45 Uhr wurde der Laster beladen und danach fuhren wir sofort Richtung Auftritt. Dort angekommen war wie immer der gleiche Menschenauflauf. Nach den ersten 2 Darbietungen durften wir einen kleinen Umzug laufen um auf die Bühne zu kommen, dabei musste unser „Indianer“ wieder mal herhalten. Danach spielten wir noch 2 Lieder und verließen vorerst die Bühne, damit die anderen Gruppen auftreten konnten. Es folgten weitere  Darbietungen, dazu spielte eine Gruppe mit Chinesischen Tröten und Trommeln, eine Opernsängerin sang einige traditionelle Lieder. Ein gemischter Chor sang danach Chinesische Lieder und wurde dann von einem weißhaarigern Solisten mit bauchiger Flöte abgelöst. Dieser spielte einige sehr harmonische, melodische Lieder. Jetzt durften wir endlich wieder spielen und begannen natürlich mit unseren „Jasmin“ Lied und wurden nicht nur durch den Chor und die anderen Musiker unterstützt. Das Finale wurde mit gemeinsamen Tanzen und Musizieren vervollständigt. Zu guter letzt befanden sich auch die Zuschauer mit auf der Bühne und tanzten.

Bis zum Abend hatten wir frei, dann wollten wir auf dem Hangpu River eine Bootsfahrt machen, um die Skyline in ihrer vollen Pracht zu genießen. Um 18.15 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Hafen (30 min.) und betraten den Ausflugsdampfer. Unseren Betreuer hatten wir   selbstverständlich dazu eingeladen, denn die Fahrt (ca. 1 Stunde) kostete 100Yuan (10 Euro). Alle außer Rene`, Alexandra und Fred waren dabei und genossen die hell erleuchtete Skyline von Shanghai. Der Regen der seit dem Abend auf uns nieder ging störte uns bei diesen bombastischen Eindrücken äußerst wenig!

 Trotz dem sagenhaften Lichtermeer genossen wir die wärmende Rückfahrt ins Hotel.

 15.) Tag 8, vierter Tag in Shanghai. Samstag, 29.10.2005

Endlich mal ausschlafen und ohne Hecktick frühstücken. Dann um 11 Uhr Instrumente verladen und ca. eine halbe Stunde später Abfahrt zum Barbecue in ein Brasilianisches Speiselokal. Wir fuhren mit dem Bus und dem Lastwagen direkt in die Fußgängerzone vor das Speiselokal. Kaum hatten wir unsere Sitzplätze eingenommen durfte auch jeder schon wieder aufstehen und sich am Salatbuffet bedienen. Es gab grüne Salate, groben Kartoffelbrei, Mais, sämtliche Gemüsesorten, Brokolie, verschiedene Bohnensorten, außerdem geröstetes Brot und scharfen Gulasch. Dann kam ein besonderes Highlight! Die Ober kamen mit riesigen Metallgabeln auf denen gegrillte Würstchen, Beef und verschiedenes Geflügel aufgespießt waren. Diese Fleischsorten wurden mit großen scharfen Messern von den Spießen geschnitten. Alle aßen mit sehr viel Heißhunger und hätten gerne noch einiges eingepackt. Ein fenomenales, sehr gutes Essen!

Ungefähr um 15 Uhr sollte unser heutiger Auftritt stattfinden! Vor einer Metrostation beim Jing An Si Plaza war eine Bühne aufgebaut hinter der als Hintergrund ein Transparent aufgestellt war von dem bekannte Schweizer Guggengesichter schauten. Die Bühne war wie ein Amphitheater von Treppen umbaut. Wir stellten uns beim Bus auf, um mit einem kleinen Einmarsch auf die Bühne zu kommen. Für unser Schlagwerk war es sehr anstrengend, da wir einige Stufen bis zu einem Rundgang hinabsteigen mussten. Jeder Schlagzeugwagen musste, damit möglichst alle weiter spielen konnten, von einem Musikkameraden die Stufen mit hinunter getragen werden. Dann geht es über den Rundgang auf die gegenüber liegende Seite und weiter, wie gehabt, die restlichen Treppen hinunter um vor die Bühne zu kommen. Nach ein paar Liedern sollten wir uns auf die untersten Treppenstufen setzen und den anderen Gruppen zuschauen. Es folgten eine Musikgruppe aus dem Europäischen Ostblock, danach eine Chinesische Opernsängerin und eine asiatische Ballettgruppe, bis wir endlich wieder spielen durften. Da die Osteuropäer übermäßig lange gespielt hatten blieb für uns nur noch Zeit für drei Lieder. Das ganze Event hatte ihren Höhepunkt mit einem gemeinsamen Tanz aus auftretenden  Gruppen und den Zuschauern. Am Ende versuchten wir auf der Bühne noch ein Gruppenfoto aufzunehmen, was wegen des Transparents einige Probleme bereitete. Nachdem wir unsere Instrumente verladen hatten bekamen wir noch eine halbe Stunde Zeit die Gegend zu erkunden. Um 17.30 Uhr sollten wir wieder mit dem Bus zum nächsten Auftrittsort abfahren, allerdings wurden wir einige Minuten durch einen Falschparker am weiterfahren gehindert. Danach fuhren wir zum Auftritt bei einer Jugendveranstaltung. Dort angekommen stellten wir uns am Eingang der Festmeile auf und liefen mit dem „Hey“ und dem „Indianer“ durch die Menschenmassen in Richtung Bühne. Dann kehrten wir in Papas Bierstube ein. Der Teilhaber, Iris und Volker und anwesende Gäste (überwiegend Deutsche) waren sehr angetan als wir im Lokal einige Lieder spielten und uns dort bis zu unserem Auftritt um 21 Uhr die lange Zeit vertrieben. Um die lange Warterei zu verkürzen wurde uns durch die Betreuer eine Tüte mit BigMäc, Chicken MC Nuggets , Pommes, einem Apfel und einer Dose Bier gereicht. Leider waren nicht nur das Bier und der Apfel kalt! Da für tranken wir gerne die angebotenen Freigetränke. Das gut gekühlte, frisch vom Fass gezapfte ERDINGER - Weizen sollte für einige zur Gewissensfrage werden, da man in China (laut Kurt) eigentlich nur einheimisches Bier trinkt!

Auf der Jugendveranstaltung gab es auch einige andere Aktivitäten außer den Bühnenauftritten, wie zum Beispiel einen Hip-Hop-Wettbewerb der sehr gut besucht war. Es war insgesamt ein rießen großes, buntes Treiben mit sehr viel Jugendbeteiligung. Nach langem warten durften wir dann endlich auch noch spielen. Als wir auf die Bühne wollten bemerkten wir, dass die Treppe für unsere Schlagzeugwägen viel zu schmal und dazu teilweise von Strahlern zusätzlich zugestellt war. Prompt stürzte Wiepke rückwärts in einen davon und verletzte sich am Rücken. Auf der Bühne angekommen ging es dann richtig ab und die Zuschauermassen johlten, klatschten, tanzten und sangen! Komischerweise, standen die geladenen Hauptamtlichen und Ehrengäste der ersten 2 Stuhlreihen, bei unserem Eintreffen auf und gingen. Wie uns später erklärt wurde lag es an der stark fortgeschrittenen Uhrzeit und nicht an unserem Musikstiel! Die freigewordenen Plätze waren im Handumdrehen wieder belegt von überaus begeisterten Zuschauern. Da die anderen ihre Auftritte dermaßen Überzogen hatten, konnten wir wieder nicht alle unsere aktuellen Lieder spielen. Nun war das Ende der Veranstaltung und wir verstauten unsere Instrumente erneut im Laster und begaben uns zum Essen zu dem uns die Veranstalter und Sponsoren eingeladen hatten. Mittlerweile war es aber schon 22.30 Uhr, also sehr spät zum essen! Die Tische waren sehr eng zusammengestellt, damit alle einen Sitzplatz bekamen. Wir bekamen Chinesisches Bier oder Wein und alkoholfreie Getränke. Als Speisen wurden uns Krabben, Fisch, verschiedene gedünstete Gemüsesorten, Suppen, Fleisch in süß sauer Soße, Huhn, gebratene Erdnüsse, gegrillte Ente, Geröstetes Chili, verschiedene Salate und diverse Fleischsorten mit unterschiedlichen Soßen. Ganz beliebt waren das am Ende servierte, poröse, zu einem Nest verflochtene spagettiähnliche Knabbergebäck aus Krabbenbrotteig und die anderen Nachtischköstlichkeiten!Ein sehr schöner Abschluss für einen überaus langen Tag. Als wir im Hotel zurückkamen war es einiges nach Mitternacht                 

16.) Tag 9, fünfter Tag in Shanghai. Sonntag, 30.10.2005

 Nach der späten Heimkehr, konnten wir uns etwas länger Regenerieren und hatten dafür den ganzen Vormittag über Zeit. Am Mittag sollte der „beste Auftritt“ in Shanghai stattfinden, dazu fuhren wir in ein berühmtes Tanzhaus in der Nähe des Jing An Si Plaza. Mitten auf der Straße mussten wir aus dem Bus aussteigen, da es keine andere Parkmöglichkeit gab. Danach fuhren wir mit dem Aufzug in den Tanzsaal hinauf, dort angekommen durften wir im  Tanzsaal unsere Plätze einnehmen. Es waren bisher nur wenige andere Gäste auf den Plätzen im Saal anwesend, so, dass wir gleich mit der Generalprobe beginnen konnten. Als erste Gruppe sang eine Chinesische Girl Pop- Gruppe den offiziellen Festivalsong und danach einen ihrer aktuellen Popsongs. Es folgte eine Ägyptische Tanzaufführung und danach wurden wir durch die Moderatoren angekündigt! Mittlerweile füllt sich der Saal bis auf die Plätze der hauptoffiziellen Gäste.

Unser Einmarsch und ein kleiner Auftritt, schon müssen wir wieder runter von der Bühne. Aber bei unserer Live Musik kann die Technik halt nichts Abstimmen. Nach uns folgte eine Russische Tango –Tanzaufführung und im Anschluss die Pop Gruppe BOB mit ihren Liedern: Sha La La und Super Star (sehr gewöhnungsbedürftig!). Die Osteuropäische Folkgruppe hatte auch ihren Auftritt, damit die Technik alles abstimmen konnte.

Plötzlich mussten wir ganz schnell von unseren Plätzen in den Vorraum um unsere Instrumente anzuschnallen um dort für die Ehrengäste bei ihrem Eintreffen aufzuspielen. Danach konnten wir dort bis zum Start unseres Auftritts warten. Zwischenzeitlich wurden wir über den Auftrittsablauf informiert. Dabei kam heraus, dass wir mit unserem Einmarsch hineinlaufen und dann auf der Bühne gerade mal drei Minuten spielen sollten. Eigenartigerweise war trotz der Kürze unseres Auftritts die Stimmung voll beim Brodeln! Wir hatten gute Vorarbeit für die Kurzprogramme der anderen Gruppen geleistet! Der Tanzsaal war mit seiner stimmungsvollen Einrichtung der optimale Rahmen für die Abschlussveranstaltung des Festivals! Gegen 17 Uhr waren wir  beim letztmaligen beladen des Busses und kurz darauf  auf dem Heimweg zum Hotel. Dort angekommen entschlossen wir uns in der Lobby den Hotelangestellten, als Dankeschön, Auszüge unseres Liederprogramms zu spielen. Danach versorgten wir unsere Instrumente und begannen unsere Koffer vorzupacken.  Einige wollten am nächsten Tag die noch verbleibenden Stunden in Shanghai ohne Kofferpackstress verbringen. Beim Abendessen wurden wir darüber informiert, dass unsere Holzkisten wieder aufgetaucht sind und daher für den Rücktransport zur Verfügung stehen. Somit ist gesichert, dass unser Schlagwerk am nächsten Morgen bei LH- Cargo wieder in unsere eigenen Holzkisten verpackt werden kann.

 17.) Tag10, letzter Tag in Shanghai. Montag, 31.11.2005

Punkt 6 Uhr klingelte für Alexander, Sascha, Alexandra, Marcus und Stefan der Wecker! Sie sollten die Schlagzeugwägen und Pauken wieder in die Holzkisten für den Rückflug packen. Die anderen hatten den Vormittag zur freien Verfügung und nutzten dies zum packen und shoppen. Die Instrumentenverpacker warteten geduldig auf Phönix und den Bus um die Instrumente zu verpacken, aber das Warten sollte etwas länger dauern! Die Instrumente und Häs lagen zum verladen in der Lobby bereit.

Gegen 7 Uhr entschloss sich die Gruppe wenigstens einen Kaffee und gegebenenfalls eine Kleinigkeit im Speisesaal zu sich zu nehmen. Mittlerweile konnte Phönix aus dem Reich der Träume befreit werden und war dabei nach dem Busfahrer zu forschen. Gegen 8 Uhr konnten die Instrumente endlich verladen werden.

Dann ging es glücklicherweise los, die Fahrt zum Flughafen.  Vom Hotel ebenerdig bis zur Auffahrt der Hochautobahn und an der Transrapid Strecke entlang zum Cargo – Port. Leider weiß Phönix und selbst der Busfahrer nicht so genau wo es hingeht. Schon haben wir uns verfahren! Der Busfahrer fuhr daher, wie selbstverständlich, auf der Autobahneinfahrt 150 – 200 Meter Rückwärts, um über eine Brücke zur auf der anderen Seite liegenden Einfahrt zu kommen.

Dort angekommen befand sich auch gleich das Cargo – Gelände. Dies ist ein sehr großes Areal mit riesigen Hallen. Die 4. Querstrasse nach rechts abgebogen werden wir bei der LH – Cargo Partnergesellschaft JHJ fündig.  Bis Phönix sich nach unseren Kisten durchgefragt hatte waren wir schon in der hintersten Ecke fündig und trugen sie zum Bus.

Leider waren die Holzkisten  mit Brecheisen aufgebrochen worden um unsere Instrumente auszupacken, so, dass wir größte bedenken hatten sie wieder ordnungsgemäß verschließen zu können. Die Cargoangestellten gaben uns Plastikbänder mit Spanngerät zum verschließen der Kisten und so befüllten wir die Kisten. Mit einem Gabelstapler wurden sie dann auf die Waage gefahren und weiterbearbeitet. Unser nächster Weg führte zum Cargo – Büro.

Schon auf dem Parkplatz hatten wir Probleme, da dort nur Pkw geparkt werden durften und unser Bus überall störte. Aber auch dieses Problem wurde ausgeräumt und wir gingen in das Büro um die Transportpapiere zu erhalten. Es war alles nicht so einfach, da die Kostenübernahme und die vorgefertigten Transportpapiere von LH Cargo Stuttgart nicht aufzufinden waren. Außerdem konnte in Deutschland noch niemand erreicht werden da die Büros noch zu waren. So sollten wir erst mal etwas Mittagessen. Phönix besorgte uns Sushi und Chinesisches Bier. Da kam bei Marcus totale Freude auf, denn Sushi war bestimmt das allerletzte was er essen wollte! Aber der Hunger und Sticheleien der anderen ließen ihn tapfer essen.

Frisch gestärkt und frohen Mutes betraten wir wieder das Cargo – Büro um die Formalitäten abzuschließen, aber die Anerkennung der Kostenübername bereitete noch einige Stunden Probleme! Um 15 Uhr brechen wir vorerst einmal ab und fahren zurück zum Hotel um wenigstens unsere Koffer fertig zu packen. So um 19 Uhr wird uns mitgeteilt, dass wir unsere Instrumente wieder auspacken müssten und sie als Handgepäck mit nach Deutschland  nehmen sollten, was wir vehement zu verhindern versuchten. Ab 19.20 Uhr saßen wir beim Abschlussabendessen  mit einer Ministerin aus Shanghai und unterdessen versuchten Phönix Alexandra und Marcus im Büro des Hotelmanagers die Transportbedingungen und die zusätzlichen Kosten von JHJ – Cargo abzuklären. Keiner hatte richtig Ruhe um das letzte Abendessen zu genießen da sich die Transportgeschichte nicht wirklich lösen lies. Der Hotelmanager und die Ministerin versuchten gleichzeitig ihren Einfluss geltend zu machen, leider mit mäßigem Erfolg! Wir erklärten den anwesenden, dass wir nicht abfliegen werden wenn das mit den Instrumenten nicht geklärt sei! Daraufhin wurde uns zugesichert, dass wir unsere Instrumente spätestens mit der nächsten Maschine nach Deutschland fliegen.

Die Zusicherung der Ministerin  und des Hotelmanagers waren so glaubhaft, dass wir uns zum Bus begaben. Um 20.40 Uhr konnten wir endlich abfahren! Mit erheblicher Überge-schwindigkeit (über 140 km/h) musste unser Busfahrer zum Flughafen rasen, damit wir unseren Flug noch erreichen. Währen der Fahrt gab es eine Uraufführung, denn Lukas sang uns „ Heute hier, morgen dort“  vor. Spätestens jetzt wurde jedem klar, dass der Abschied zum greifen nahe ist. Die Häuser von Shanghai flogen ein letztes Mal an uns vorüber und da ist der Flughafen schon zum sehen.

Das Wieder sinnige an der Raserei war, dass wir jetzt auf den Laster mit dem Gepäck warten mussten und dadurch eigentlich keinen Zeitgewinn hatten.

Während des Wartens bekam unser Technikbetreuer Phönix einen Schwächeanfall und konnte dann Glücklicherweise durch unseren „Hofarzt Dr. Frank“ wieder aufgepäppelt werden.

Als dann unser Gepäck endlich ankam konnten wir die Formalitäten erledigen und ein- checken. Beim Zoll gab es zum Glück nur kleinere Problemchen und so konnten wir noch einige Einkäufe im Duty Free erledigen, bis wir dann schließlich ins Flugzeug durften.

Unser Abflug erfolgte dann planmäßig.

18.) Ankunft in München. Dienstag, 01.011.2005

Obwohl der Kapitän von zu erwartenden Turbulenzen  gesprochen hatte, blieb der Flug sehr angenehm. Außer dem Essen, denn das war das übelste Essen der ganzen Chinareise!

Öltriefend, lauwarm und wie beim Hinflug nur noch ein Menue bis wir zum auswählen kamen. Die vorderen Fluggäste hatten angeblich den gleichen Geschmack wie wir, aber ob das Menue auch besser geschmeckt hat konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

In München erfolgte unsere Landung um 4:10 (MEZ) Uhr, also 45 Minuten früher als geplant.

Das Auschecken ging so schnell und problemlos, dass wir es fast nicht fassen konnten!

Bruno war erst mit dem Bus losgefahren und hatte noch 170 km vor sich.

So konnten wir erst einmal ein Bayrisches Frühstück (Brezeln mit Bier oder ein Weißwurstfrühstück) genießen.

Nach dem Frühstück gingen wir Richtung Busparkplatz, aber es war noch kein Bus in Sicht.

Irgendwie ist es eigenartig, denn als wir in Shanghai abflogen war es warm und die Pflanzen noch in satten Grün also Spätsommerlich. Hier in Deutschland war es unangenehm kalt und alles winterlich Kahl und Grau. Das ist ein ganz gewaltiger Umbruch aber wir sind trotzdem glücklich wieder zuhause zu sein.

Gegen 8 Uhr kam Bruno mit dem Bus und wir waren überglücklich, als wir, nach dem unser Gepäck verladen war, in Richtung Stuttgart abfuhren. Die Fahrt nach Stuttgart verlief angenehm ruhig und obwohl die Fahrt fast drei Stunden dauerte waren wir doch schlagartig zuhause. Um 11 Uhr hatten wir Feuerbacher Boden unter den Füßen.

Die folgenden 3 Tage waren geprägt vom so genannten Jetlag.

Wie soll das erst am Wochenende werden wenn wir auch noch die zwei Auftritte spielen sollen.

19.) Wo sind unsere Instrumentenkisten? Telefonate mit Cargo Shanghai. Freitag, 04.11.05

Wo sind unsere Instrumentenkisten? Wir versuchen über Lufthansa Cargo Stuttgart den Aufenthaltsort der Kisten herauszufinden, aber sie sind in Frankfurt und in München unauffindbar.

20.) Weck - Anruf von Lukas. Fahrt nach München – Instrumentenkisten abholen

       (Streckenabbruch!) Samstag, 05.11.2005

21.) Zurück aus München. Beschädigte Kisten auspacken und Instrumente kontrollieren.

       Samstag, 05.11.2005

22.) Resümee der Reise

23.) Einlösen eines Versprechens an Lukas!